Der Schinderhammer
Ein Teil der heillos überforderten und mit sich selbst und mit ihren Politkarrieren beschäftigten Provinzfürsten der CSU betreibt, wider besseren Wissens und bei vollem Bewusstsein, allen voran Dr. Christoph Hammer, die Schließung des Krankenhauses in Feuchtwangen. Man höre und staune, der größten Stadt im Landkreis. Währenddessen der andere Teil der verkrebsten Christsozialen öffentlichkeitswirksam die Weiterführung der Klinik fordert, freilich ohne bisher auch nur einen Finger dafür gekrümmt zu haben. Wenn man es nicht besser wüsste, man könnte glauben, die CSU im Landkreis sei führungslos.
Was sich die CSU-Politiker nun im Falle der Feuchtwanger Klinik anmaßen, schlägt dem Fass den Boden aus. Ihre Aufgabe wäre es, ein tragfähiges Krankenhauskonzept für den gesamten Landkreis zu entwickeln, welches im Kern den Zusammenschluss des Ansbacher Klinikums mit dem Verbundklinikum (DKB, FEU, ROT) im Landkreis Ansbach vorsieht. Feuchtwangen könnte hierbei ein für den Kreis wichtiger Standort für Altersheilkunde werden. Was aber tun sie stattdessen? Sie versuchen sich gegenseittig auszustechen und schachern bereits um politischen Einfluss in zukünftigen Gremien eines Konstrukts, das es aufgrund des überbordenden CSU-Dilettantismus so noch nicht einmal gibt. Und sie tun noch etwas. Sie lassen die Bürger der größten Stadt im Landkreis mit ihren Sorgen und Ängsten rücksichtslos im Stich. Man fragt sich unweigerlich: Gibt es denn keine Willigen mehr in dieser CSU? Und wenn ja, warum rasieren sie nicht endlich die Schwemmbauers, Horndaschs und Hammers, denen das Wohl der Menschen in der Region im besten Falle ein verbales Bedürfnis ist, was sich anhand zahlreicher Beispiele belegen lässt.
Fast schon mit dem Mut der Verzweiflung kämpfen die Feuchtwanger für ihre Klinik und erregen damit Aufsehen bis weit über die Grenzen der Region hinaus. So erreichen sie, dass alle, die es sehen wollen, sich selbst vom grenzenlosen Versagen der CSU-Lokalgrößen und Möchtegerns überzeugen können. Und sie erreichen damit auch, dass die CSU bei den nächsten Wahlen wohl hinweggefegt wird. Man muss kein Prophet sein, um diese Prognose zu wagen. Wenn's gut läuft Bayernweit.
Gelogen wurde und wird viel. Mal waren angeblich keine Ärzte da, mal wurde von Kreisrat Dr. Hammer ein eigens in Auftrag gegebenes und vermutlich unerwartet positiv ausgefallene Gutachten über den Fortbestand der Klinik ohne jegliches Wohlwollen aber mit Rückendeckung weiterer Geschwürbefallener zerrissen. Nach der ersten vorübergehenden Schließung der Klinik wurde Dr. Arnulf Zimmermann als Chefarzt eingestellt, dessen erste Amtshandlung nach Wiedererröffnung seltsamerweise die Empfehlung zur Schließung der Klinik war, anstatt das zu tun, wofür er eingestellt worden war, die Klinik weiterzuführen. Ihm, der meist kaum nachvollziehbare Sätze von sich gibt, billigt OB Hammer mehr Kompetenz zu als dem renommierten Gutachter Dr. Stephan. Über alledem steht ein merkwürdig handelnder Landrat, der außerordentliche Kreativität und immens viel Eigenantrieb entwickelte, als es darum ging, für den geplanten Zusammenschluss aller Kliniken im Landkreis Ansbach seinen Kndidaten in Stellung zu bringen. Und das wiederholt, ohne dass er für die erforderliche Einberufung des Verwaltungsrates die Legitimation gehabt hätte und gegen den Anspruch der hierfür allein zuständigen Vorsitzenden des Ansbacher Klinikum Verwaltungsrates und Oberbürgermeisterin Carda Seidel. Ansonsten redet unser in die Jahre gekommener Landrat gerne darüber, wie sehr es doch ein Herzenswunsch von ihm sei, könnte man das Feuchtwanger Krankenhaus erhalten. Vermutlich war es bei der Center Parcs Entscheidung ebenso. Nur, durch Hyperaktivität und Entscheidungsfreude ist er weder in diesem noch im anderen Fall aufgefallen. Vielleicht sollte er weniger auf den Landratflüsterer und Familiennfreund Horndasch hören.
Spätestens aber nachdem sich auch ein der Gewinnmaximierung verpflichteter privater Betreiber für die Klinik in Feuchtwangen interessierte und, nach ausführlicher Prüfung, deren wirtschaftliche Fortführung anheim stellte und so das Gutachten von Dr. Stephan bestätigte, "hämmerte" es dem Bürger langsam aber behende, dass es sich hier um politisches Intrigantentum handeln könnte. Nicht mehr und nicht weniger. Warum eigentlich soll eine Klinik mit dem Alleinstellungsmerkmal Giatrie, wenn es doch Sinn macht und wirtschaftlich vertretbar ist, nicht weitergeführt werden? Was für Egozentriker sind hier am Werk?
Die Dinkelsbühler sind gut beraten, die Feuchtwanger bei deren Mühen ihre Klinik doch noch zu retten nach besten Kräften zu unterstützen. Wenn nicht aus Solidarität dann aus Eigeninteresse. Das Dinkelsbühler Krankenhaus wäre heute schließlich auch nicht das, was es heute ist, wenn die Feuchtwanger seinerzeit nicht Chirurgie und Gynäkologie an die Dinkelsbühler abgetreten hätten. Und wenn das in der Ära Hammer schon nichts zählt, dann sollten die Dinkelsbühler eines bedenken: In Feuchtwangen könnte mit etwas weniger Egoismus und ein bisschen gutem Willen für eine alternde Gesellschaft eine zusehends wichtiger werdende Abteilung für Altersheilkunde entstehen. Wenn es OB Hammer und den anderen kurzsichtigen Totengräbern aber gelingen sollte, das Krankenhaus in Feuchtwangen endgültig zu schließen, dann müssen die Dinkelsbühler ihre bedürftigen Alten demnächst nach Ansbach fahren oder gar noch weiter, anstatt nur bis nach Feuchtwangen in die von Experten dort propagierte und dann ansässige Giatrie. Vielleicht aber wollen die Dinkelsbühler gerade das im Alter: Weite Wege fahren. Die Umgehungsstraße dafür hat ihnen OB Hammer bereits verkauft. Und: Sollte das Krankenhaus in Feuchtwangen doch geschlossen werden, erhalten wir Dinkelsbühler vielleicht etwas vom eingesparten Budget für den Ausbau weiterer sinnloser und geldfressender Umgehungsstraßen. Wir sind ja sonst gut aufgestellt. Dann aber sollten wir uns auch überlegen, ob wir nicht einen Teil des eingesparten Geldes für die rasche Aufstockung unserer historischen Stadtmauer verwenden, den antisolidaristischen Schutzwall rund um Dinkelsbühl. „Das ist der Schinderhammer, Der Lumpenhund, der Galgenstrick, Der Schrecken jedes Mannes, Und auch der Weiber Stück …“Labels: Amigos, Armes Dinkelsbühl, Politische Kultur













































Wer weiß, was der Verantwortliche für das Stadtmarketing und stellvertretende CSU-Ortsvorsitzende sowie der CSU-Ortsvorsitzende und regierende Oberbürgermeister am Ende 










































