04.04.2006

Politischer Stil

Eines vorneweg, wir fühlen uns keiner politischen Partei zugehörig und das aus gutem Grund. Sieht man sich – und beschränkt sich dabei nur auf die fränkische Umgebung – um, nimmt man doch eher angewidert wahr, wie unverhohlen Politiker miteinander umgehen. Zwei Beispiele:

Schauen sie sich die CSU in Bamberg an und was für ein Schmierenstück sich dort abspielt. Dort fordert CSU-Mann Pfister Redeverbot für die SPD und die Wiedereinführung des Volksgerichtshofes (wie unter den Nationalsozialisten im Dritten Reich, Anm. d. Red.) Innerparteiliche Intrigen und Rücktritte sind an der Tagesordnung, so gelesen in der FLZ von heute. Unterste Schublade und Negativbeispiel für alle jungen Leute, die sich ernsthaft um Politik bemühen würden. Und das vielleicht gerne. Oder blicken wir nach Rothenburg. Ebenfalls von einem Eklat ist die Rede in der Tauberstadt, so der Fränkische Anzeiger. Dort tritt der Ortsvorsitzende der CSU nicht nur überraschend zurück sondern gleich aus der Partei aus. Ist es Zufall, dass es sich beides Mal um die CSU handelt?

Was für ein politischer Stil ist das eigentlich? Politische Kultur? Gibt es so etwas? Was ist los in unserem Land? Wir sind erstaunt darüber, wie tief sich uns der Blick auftut, in die Abgründe der Politik, seit wir dieses kleine unterhaltsame Internet-Tagebuch schreiben. Ganz schön abgefahren was uns hier geboten wird.

Die, die nach offenen Visieren schrieen, da sie es nicht ertragen konnten, dass sie anonym kritisiert wurden. Die, die blogfrog und den Lokalpatrioten Feigheit vorwarfen und uns Verärgerung und persönliche Rachegefühle als Motiv unterstellten. Was für mutige Helden, für wahr. Und nun? Tun diese Helden nicht all das, was sie uns bisher unterstellten und vorgeworfen haben? Gewiss, alles eine Stilfrage.

Anderseits lässt uns das auch wieder lockerer werden. Denn im Vergleich zu den eben aufgeführten Beispielen, pflegen wir, blogfrog und die Lokalpatrioten, hier einen ordentlichen politischen Stil auf höchstem Niveau. So gesehen, verstehen wir unsere Gegner nun viel besser als vorher und warum sie so handeln. Einiges wird so klarer. Politischer Stil ohne Kultur. Armes Deutschland, armes Dinkelsbühl.

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2 Comments:

At Donnerstag, 6. April 2006 00:09:00 MESZ, Anonymous bs said...

die politische kultur: wer nicht hurra schreit gerät in den verdacht, persönliche rache an volksvertretern üben zu wollen. wer nicht nach den regeln der obrigkeit kritisiert, verliert seinen persönlichkeitsschutz. wer finger in wunden seiner heimatstadt legt, ist ein unanständiger nestbeschmutzer. und wenn die mehrheit einer bürgerschaft einem bürgermeister zujubelt: ist dann die minderheit automatisch im unrecht? wird sie demnächst aus der stadt gejagt? es gibt hier seltsame tendenzen... danke für diesen blog, frog.

 
At Donnerstag, 6. April 2006 09:05:00 MESZ, Blogger blogfrog said...

ohne Kommentar
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Danke für diesen Kommentar!!!

 

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