B 25 - Diener zweier Herren.
Wer hat mehr Rechte auf eine geruhsame Nacht, auf persönliche Unversehrtheit und die seiner Kinder? Die Bayern? Die Baden-Württemberger? Haben Anwohner an einer anderen Straße einen weniger gerechten Schlaf als die Anwohner an der B25? Sind Kinder nicht überall gleich schützendswert? Macht es einen Unterschied, ob ein einheimischer oder ein auswärtiger LKW einem die Bude einfährt oder die Kinder platt walzt? Absolut nicht! Genauso wenig wie es sinnvoll sein kann, dass die Probleme auf andere Regionen verlagert werden. Wer heute nicht mehr auf einer Bundesstraße fahren darf, fährt morgen auf einer anderen. Deutschland ist Autoland. Eine Straße liegt doch neben der anderen. Seien wir doch ehrlich. Wie viele Wege kennen sie in die Nachbarstädte?
Alle Laster sind gleich und gehören deshalb so schnell wie möglich auf die Autobahn. Alle! Die Anreize, nicht auf die Autobahn fahren zu müsen, darf es nicht geben. Weder für einheimische noch für auswärtige Spediteure. Deshalb führt an der Bemautung der Bundesstraßen für LKW kein Weg vorbei. Alle anderen Lösungen dürften kaum Aussicht auf Erfolg haben, weil sie den Verkehr nur auf andere Straßen verlagern oder sogar umgehbar sind. Was wenn z.B. sich die Spediteure gegenseitigen Lieferverkehr bestätigen? Bei einer Mauteinführung würden solche Umgehungsstrategien wirkungslos bleiben. Die abgewiesenen Klagen der Unternehmen gegen die Sperrung der B 25 werden sicher nicht ohne Folgen bleiben. Die Frage ist nur: Was für welche?
Was nimmt sich dieser OB heraus, wenn er die Sorgen und Ängste anderer ignoriert? Sein Handeln lässt keinen anderen Schluss zu. Hammers vorgebrachte Argumente beim verkehrspolitischen Gipfel mit der SPD sind fadenscheinig und unaufrichtig. Erstens: Toll Collect kann jederzeit (ab 2007 sowieso) die Infrastruktur auf die Bundesstraßen bringen - etwas politischen Willen vorausgesetzt. Zweitens: Sperrungen verlagern den Verkehr immer zu einem gewissen Teil auf die nächstgelegene Straße. Soll die dann auch gesperrt werden? Und so weiter, und so weiter? Besitzt Hammer eine Fabrik für Straßenschilder? Schilder haben anscheinend Zukunft. Drittens: Einheimische Laster sind nicht weniger laut oder gefährlich als auswärtige. Sie gehören ebenfalls so schnell wie möglich auf die Autobahn. Versucht sich die Spediteur-Lobby hier klammheimlich einen Vorteil zu verschaffen? Viertens: Hammer muss sich entscheiden, ob er für die Anwohner eintritt oder lieber Firmeninteressen wahren will. Dass, nach seinen Angaben zufolge, die Franken Brunnen GmbH & Co KG, bei der Einführung der Maut auf Bundesstraßen, Mehrkosten in Höhe von € 500.000,- zu tragen hätte, ist vollkommen irrelevant. Denn, bezogen auf den Preis einer Mineralwasserflasche, fallen die Mehrkosten kaum ins Gewicht. Bei einem Ausstoß von hunderten von Millionen Flasche pro Jahr, spielen sich die Mehrkosten im Bereich der 3. Nachkommastelle (€ 0,001) ab, also weit unter einem Cent pro Flasche. Diesen würden die Verbraucher sicher liebend gerne pro Kasten in die Waagschale werfen, wenn dadurch alle ruhiger schlafen könnten und unsere Kinder weniger verkehrsgefährdet wären. Wer zahlt denn am Ende die Maut? Die Spediteure?
Hammer befindet sich also auf dem Holzweg, wenn er meint, er könne Firmen und Anwohner gleichermaßen zufrieden stellen. Diener zweier Herren. Das käme dem Versuch gleich, waschen ohne nass machen zu wollen. Wie faule Kompromisse wirken, zeigen uns derzeit die Großkoalitionäre in Berlin zu genüge.
Anstatt jetzt – die Probesperrung dauert nur 6 Monate! – die einmalige Gelegenheit zu nutzen, sich mit der SPD auf eine gemeinsame Strategie zu einigen, nämlich die der Bemautung der Bundesstraßen für LKW, will Hammer lieber sein eigenes Ding drehen und pflegt dabei das Hammer’sche Alleinstellungsmerkmal in der von ihm gewohnten Weise. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass beide Volkspareien, getrieben von den katastrophalen Umfragewerten, nun die Losung ausgegeben haben: Profilieren um jeden Preis. Dann jedoch steht es 1:0 für die SPD, weil sie ein tragfähiges Konzept hat. Verkehrsexperte Dr. Beyer (SPD) hat Recht, wenn er in diesem Fall der CSU vorwirft, ganz ohne ein schlüssiges, flächendeckendes Gesamtkonzep zu agieren. Aber wen wundert's? Wie man in Hammers Dunstkreis zu Konzepten steht, weiß man ja. Darüber haben wir hier bereits wiederholt den Kopf geschüttelt.
„Lieber doktort s’Hämmerle a weng rum.“ hörten wir da einen Schwaben sagen. Wir sagen: Eine Chance wird vertan. Probezeit nicht bestanden!
Labels: B 25

14 Comments:
Lieber blogfrog,
wie Sie zutreffend vermutet hatten, bleibt die Klage der 20 Spediteure nicht ohne Wirkung. Die heutige Entscheidung im Eilverfahren des VG gegen die Kläger zeigt deutlich, dass dem Schutz der Anlieger Vorrang gegenüber den Interessen der LKW-Lobby eingeräumt wurde (siehe heutige online Berichterstattung in der NN). Dies müsste in der Konsequenz nun dazu führen, dass es nach Ablauf der Probephase zu einer Totalsperrung für den Transitverkehr kommt. Was den Anwohnern an der B8 Recht ist, müsste denen an der B25 nur billig sein. Schließlich sind die Umstände dort ähnlich. Eine Bemautung der Bundesstraße hilft niemanden. Das Lärmproblem wäre nicht elemeniert, die heimische Wirtschaft würde unnötig belastet, der Konsument auch. Schließlich werden nicht nur Sprudelflaschen transportiert.
Hammer´s Strategie ist durchaus nachvollziehbar.
Im übrigen ist er ausschließlich den Dinkelsbühlern verpflichtet und dieser Verpflichtung kommt er uneingeschränkt nach. Die Nachtsperrung ist ein erster Schritt. Nach der Blockadehaltung aus Baden-Württemberg blieb ja nur die Feuchtwangen-Dinkelsbühl-Lösung übrig. Es bleibt den dortigen betroffenen Gemeinden doch unbenommen ähnliche Schritte zu unternehmen um den Transitverkehr zurück auf die Autobahn zu bringen. Die heutige Gerichtsentscheidung müsste doch dazu führen, dass deren zögerliches Verhalten aufgegeben wird.
Eine Anmerkung noch: Hammer`s Meinung, eine grundsätzliche Bemautung der Bundesstraßen abzulehnen, ist keinesfalls eine Mindermeinung, wie Sie wohl wissen.
Dass Hammer ab und an sein eigenes Ding dreht, so wie Sie es abfällig bemerkt haben, ist zum Glück Tatsache. Warum denken Sie, ist er wohl bei vielen Bürgen so beliebt? Schließlich kommt ja auch so einiges rum. Vergleichen Sie doch beispielsweise einmal die Erdgaspreise in unserer Region. Wer möchte da nicht mit den Dinkelsbühlern tauschen?
Bedenken Sie wofür das C in Ihrer Partei einst stand. Sicher nicht für Egoismus. Nach dem Motto: Nach uns die Sintflut. Dinkelsbühk ist von Besuchern abhängig. Sie stellen viele stereotype Behauptungen auf. Warum hinterlegen sie diese nicht mit Fakten?
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Vielen Dank für ihren Kommentar
Erstens ist dies nicht meine Partei. Zweitens gehöre ich keiner Partei an. Im Übrigen enthält mein Beitrag im Gegensatz zu Ihren keine stereotypen Behauptungen.
Drittens ... und im Übrigen ... so kommen wir doch nicht weiter, liebe Kleist-Amazone.
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danke für diesen Kommentar
Ich, OB Hammer, in Ewigkeit und Selbstherrlichkeit, Amen. Gute Nacht Dinkelsbühl.
Sie sollten das nicht ganz só verbissen sehen. Wir werden auch "ihn" überstehen.
Gut, dass wir diesen OB haben! Was Hammer in den letzten 2 Jahren hier auf die Beine gestellt hat ist phänomenal!
Das wird Hammer aber freuen, dass sie ihn so mögen. Phänomenal!
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danke für Kommentar
es ist immer sehr einfach, sich selbst keine Gedanken zu Sachverhalten machen zu müssen und einfach auf parteipolitische Meinungen zurückzugreifen. Man tut dann zwar so als würde man zu den Meinungsbildnern gehören, tut es aber nicht. In der CSU scheint es davon ziemlich viele zu geben. Es ist doch abwegig, Straße um Straße zu sperren, bis auf keiner Straße mehr ein LKW mehr fahren darf. Deshalb ist die am wenigsten aufwendige Lösung die Einführung der Maut für LKW auf Bundesstraßen. Wer das nicht sehen will, hat sich mit dem Thema nicht wirklich auseinandergesetzt.
ist schon interessant wie hier über die richtige Lösung diskutiert wird. Nur hilft uns das nicht wirklich! Wir wollten endlich Taten sehen und Dr. Hammer hat es immerhin geschafft, dass wir zumindest in der Nacht weniger Verkehr haben. Gut, dass wenigstens einer nicht nur redet sondern handelt. Ihr wohnt vermutlich nicht an der B25 sonst würdet ihr nicht so schlau daherreden.
wir hoffen alle auf eine dauerhafte Lösung für das LKW-Problem, wobei die Betonung auf dauerhaft liegt.
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danke für ihren Kommentar
ich als Anwohnerin der B 25 kann zum nachtfahrverbot nur eines sagen. Familien ohne Kinder können Nachts nun ruhiger schlafen. Familien mit Kindern auch. Bis auf die Tatsache, dass die LKW nun verstärkt vor 22 Uhr und nachh 6 Uhr rollen. Somit sind die Kinder und andere nun enorm gefährdet, wen sie morgens ausßer Hasu gehen. Dafür aber sind sie ausgeschlafen und können deshalb besser aufpassen. Familienpolitik a la CSU. Der Schuss ging aus meiner Sicht nach hinten los. Was wäre an einer Maut eigentlich so schlimm?
fragen sie das die CSU. Diese Frage hat die CSU noch nicht ausreichend beantwortet.
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danke für Ihren Kommentar
Hallo Leute,
ich verstehe denn Stress der Parteien und Nachbargemeinden nicht.
Vor der Maut sind die LKW´s ja auch auf der Autobahn gefahren. Ja liebe Baden-Wüttenberger und andere LKW - Liebhaber! Seit doch mal ehrlich!
Jetzt wo es Geld kostet, und das zurecht und jeder Meter ohne Maut genutz wird ist das Geschrei groß!
Menschen und ihre Bedürfnisse zählen nicht mehr....
Diese totschlag Argumente Arbeitsplätze, Kosten, Wettbewerb usw. glaubt doch keiner mehr!
Das Nachtfahrverbot ist doch gekommen, weil Ihr die LKW - Liebhaber doch ein generelles Fahrverbot auf der B25 nicht wolltet!!!! Vom Fahrverbot wären ja die Einheimischen LKW´s, also auch EURE, ausgenommen gewesen.
Also wo ist das Problem?
Sicher das ganze hätte seinerzeit besser laufen können, aber Sorry ihr Lieben, wir haben hier halt einen Mediengeilen OB.......
Aber, der OB hat auch einiges bewegt! Das muß man Ihm lassen!
Aber das Positive würde vom Negativen "gefressen"...
Fazit: wenn ihr schon nicht an unsere Gesundheit denkt, dann doch wenigstens an eure!
So long......
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