30.10.2006

B 25 - Ein abgekartetes Spiel


Seit einigen Wochen ist die B 25 rund um Dinkelsbühl nun nachts von 22 bis 6 Uhr gesperrt. Was seither durch Anwohner und den OB bestätigt wurde: Der Verkehr verlagert sich in die frühen Morgen- und Abendstunden und gefährdet in zunehmendem Maße alle, die sich morgens auf dem Weg zur Arbeit oder sonst wohin befinden. Im Herbst und Winter werden die Tage kürzer und durch die dann herrschenden Lichtverhältnisse wird das Gefahrpotential nochmals gesteigert. Hammer aber bleibt dabei: Wir wollen die totale Sperrung. Hammer verfolgt wider besseren Wissens den falschen Weg, nämlich den des 24-Stunden-Fahrverbots.


Anders lassen sich die Messungen, die auf der mittlerweile rund um die Uhr gesperrten B 8 zwischen Neustadt und Enzlar durchgeführt wurden, nicht interpretieren. Vor der Totalsperrung wurden täglich (24 Std.) bis zu 1207 LKW gezählt, also, wenn auch theoretisch, ca. 100 LKW innerhalb von 2 Stunden. Nach der Totalsperrung wurden innerhalb von 2 Stunden 163 LKW kontrolliert. Alle bis auf 4 hatten eine Berechtigung. Aufgemerkt! Berechtigungen dürfen nicht mit Genehmigungen verwechselt werden. Berechtigungen stellen die Spediteure sich untereinander selbst aus, indem sie sich gegenseitiges „anfahren“ bestätigen. Wie wollen die Politiker also, im Falle der Mautflüchtlinge, die vielen Berechtigungen und das lächerliche Verwarnungsgeld in Höhe von € 20,- erklären? 159 von insgesamt 163! LKW donnerten in zwei Stunden mit Berechtigung durch die Ortschaften an der B 8. Nur 4 LKW hatten keine. Die eingenommenen Verwarnungsgelder beliefen sich auf insgesamt € 80,-! Das ist entweder ein Skandal oder es gibt gar kein Mautfluchtproblem.
Zur Erinnerung: Spielt es eine Rolle, ob ein Laster mit oder ohne Berechtigung unsere wie auch die Gesundheit unserer Kinder gefährdet? Nein. Es scheint nun doch so zu laufen, wie wir es hier vorausgesagt hatten. Schilderwahnsinn, Berechtigungswildwuchs und lasche bzw. wenig abschreckende Kontrollen.
Alles wirkt wie ein abgekartetes Spiel. Im Gegensatz zu den Anwohnern können die Spediteure aufatmen. Die Politiker haben mit der Straßensperrung ein dankbares Dauerthema zur Selbstdarstellung ihrer selbst und ihrer Guttaten gefunden. Nebenbei wird den Umgehungsstraßen der Weg geebnet. Stichwort: „Ries-Autobahn durch Hintertür“. Umweltverbrauch durch zusätzlichen Straßenbau. Und dabei dürfte auch den Herren Politikern eines klar sein: Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten. Der Feinstaub wird dann in höheren Mengen, wenn auch aus etwas größerer Distanz auf uns nieder rieseln. Die Verkehrspolitische Wende ist längst überfällig. Der Schwerlastverkehr muss auf die Schiene. Bis dahin ist die Ausweitung der Maut für schwere LKW auf Bundes- und Staatsstraßen der einzige Ausweg aus der Misere.

Aber hier wird noch etwas überdeutlich, etwas viel Schlimmeres: Nämlich, dass niemand aus den Reihen der CSU-Verantwortlichen im Land auch nur im Geringsten daran zu denken scheint, sich gewissenhaft um die Sorgen und Nöte der Bürger zu kümmern. Allenthalben begegnen wir der Ignoranz der CSU-Politiker. So z. B. auch im Landtag, wo sie sich neulich über Eltern und ihre Petition zeitungslesend lustig machten. Eltern, die sich ernsthaft um das schulische Wohl ihrer Kinder sorgen.

Was also ist los mit der Opposition? Was für Steilvorlagen brauchen sie noch? Amigo, ick hör dir lachen. Oder: Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken.

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