12.02.2009

Alle Menschen sind gleich ... "Hammersauerei"?

Heute Abend lief im BR in quer der Beitrag "Kleiner Grenzstreit: LKW auf Abwegen" - ab sofort als video auf der BR-Seite verfügbar.
Während schon in der Anmoderation ("In unseren Zeiten passieren immer mehr widersprüchliche Dinge ...") zu diesem Beitrag die allgemeine Wirtschaftslage als die Hauptursache für den Rückgang des LKW-Verkehrs herausgestellt wird, gefällt OB Hammer sich in seiner Rolle vor der Kamera als Kämpfer für das Recht seiner Bürger auf "humanistische Wertschätzung" - und verstrickt sich dabei in Widersprüchlichkeiten. Man lese und staune.

Wer den süffisanten Beitrag gesehen hat, mag erschrocken sein darüber, wie aufgebracht die Bürger in Pflaumloch und Benzenzimmern jenseits der Landesgrenze sind. Wer bis dato also keine Vorstellung davon hatte, wie negativ uns unsere Nachbarn sehen, der weiß es spätestens seit heute.

Was kümmern mich die anderen? Solche Aussagen werden nur diejenigen treffen, die selbst nie unter LKW-Beschuss leiden mussten - selbige, die immer noch OB Hammer applaudieren. Diejenigen aber, die wissen wie es stinkt und donnert, wenn zahllose LKW direkt am Fenster vorbeirauschen, jubeln keineswegs. Denn sie wissen allzugut, was unsere Nachbarn nun ertragen müssen. Wie wahnsinnig sich das Thema mittlerweile hochgeschaukelt hat, sieht man daran, dass unsere Nachbarn, voller Zorn, nicht etwa an eine Sperrung der Straßen auf ihrer Seite sinnen, sondern, als Retourekutsche zur "Hammersauerei", die Aufhebung der Sperrung der B 25 verfolgen. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Anstatt sich mit allen vom LKW-Verkehr betroffenen Nachbarn in der Region und darüber hinaus zu verbünden und gemeinsam in Berlin ein Ende der LKW-Verkehrspolitik (Straßen- anstatt Schienenausbau) einzufordern, war es Hammer, der stets Öl ins Feuer goss und es sich mit allen Betroffenen in der Region verscherzte. Der nervige Kleinkrieg in der Provinz dinet der Sacche nicht, er lähmt uns und nützt nur der Speditionslobby.

Wie aber steht es um unseren OB? Während er im BR Verständnis über die Grenze zu unsren Nachbarn hinüber heuchelt, nimmt er auf der Website der Stadt Dinkelsbühl Bezug "auf die von Speditionsunternehmern angedrohte Klage gegen die Sperrung der B 25 und appelliert an deren Einsicht und Vernunft; er mahnt an, dass es auch der Anstand und die humanistische Wertschätzung gegenüber unseren leidgeplagten Bürgern geböten, zunächst die Erfahrungen der nächsten 12 Monate abzuwarten. Jedenfalls hier müsse der Mensch den wirtschaftlichen Interessen vorgehen." Nein, meine Damen und Herren, das ist kein Scherz. Genauso steht es seit 06.02. auf der offiziellen Internetseite der großen Kreisstadt Dinkelsbühl.

Wer nun im Schelbuck, am Südhang und anderswo immer noch glaubt, dass vor OB Hammer alle Menschen gleich sind, muss erkennen, wie sehr er sich geirrt hat und vor allem wie gründlich. Denn: "Gerechtigkeit ist der beharrliche und dauernde Wille, jedem sein Recht zu geben." (Ulpianus) Das muss Jurist Hammer wohl auch vergessen haben bei seinem Einsatz für die Ost-Umfahrung der B 25. Viele haben OB Hammer zugejubelt. Einige tun es immer noch.

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15 Comments:

At Donnerstag, 12. Februar 2009 23:59 Uhr +01:00, Anonymous c_w said...

die haltung des frosches und vielen anderer dinkelsbühler zur frage der ostumgehung der b25 ist mir jetzt doch etwas schleierhaft:
es ist doch klar, dass die wirtschaftskrise nicht ewig dauert, der lkw- und individualverkehr wieder zunimmt und früher oder später (eher früher) die verkehrsverhältnisse auf den nadelöhren der b25 schlimmer werden als je zuvor. sperrungs-posse hin oder her. eine umgehung ist daher unumgänglich und nötig! und wenn die dinkelsbühler inklusive der bis vor kurzem noch omnipräsenten lärmgeplagten b25-anwohner wieder mal eine umfahrung verhindern, zeugt das für mich nicht unbedingt von umweltbewusstsein. eher vom egoismus besserverdienender in bevorzugter randlage. und leider auch von einer gewissen provinziellen kurzsichtigkeit.
denn auch diese kleine stadt liegt im (auto-)industrieland deutschland.
ich bin beileibe kein hammer-fan, aber ich wünsche mir doch etwas mehr achtung vor den hiesigen realitäten.
nur: ich fürchte, es wird sein wie immer. wer am lautesten schreit und die meisten aufkleber unters volk bringt, der wird in dinkelsbühl seinen willen bekommen.

 
At Freitag, 13. Februar 2009 00:29 Uhr +01:00, Blogger blogfrog said...

@c_w

Sie haben völlig Recht damit, dass die Wirtschaftskrise nicht ewig dauern wird. Sie haben auch Recht damit, dass dann der Verkehr wieder zunehmen wird, wenn niemand etwas dagegen tut.
Was aber tun wir, wenn es immer so weitergeht? Was, wenn nach der Umgehung, die eine oder andere Spur hinzukommt, bis die B 25 ein Verkehrsaufkommen zu bewältigen im Stande ist, dass einer Autobahn nahe kommt? Glauben Sie denn allen Ernstes, dass dieser Vekehr Dinkelsbühl unbeschadet passiert und sich aller Staub und Dreck durch die Mutschach wegfiltern lässt?
Ich wäre sehr dafür Umgehungsstraßen zu bauen, wenn diese nicht dazu benutzt werden würden, noch mehr LKW auf die Straße zu bringen. Was wenn über eine bestens ausgebaute B 25 1500, 2000 oder 2500 LKW fahren? Die Verkehrsprognosen gehen in diese Richtung. Glauben Sie, dass dann die Umgehung weit weg genug sein wird? Es wird solange kein Umdenken in der Verkehrspolitik geben, solange wir die Lobbyisten mit dem Straßenbau gewähren lassen. Wissen Sie, wenn ich kurzfristig denken würde und unsere (meine) Kinder mir egal wären, wäre ich auch gern Spediteur oder Unternehmer, der nicht alle Kosten, die er verursacht, in seine Preise einrechnen muss, weil dafür jemand anderes, der Steuerzahler, aufkommt.
Schauen Sie sich doch bitte einmal auch dasPositionspapier
des Bund Naturschutz an. Wir haben nur die eine Natur. Aus diesem Grund müssen wir die Verkehrspolitik zur Umkehr zwingen. Eine Umgehungsstraße ist der Anfang eines neuen ungleich größeren Übels. Überall wo Straßen gebaut werden, fließt der Verkehr früher oder später.

 
At Freitag, 13. Februar 2009 08:57 Uhr +01:00, Anonymous Anonym said...

Häää, Anmoderation hin oder her ,warum haben die Plaumlocher ….dann jetzt mehr Verkehr und nicht auch 30% weigener? Wollen Sie uns für dumm verkaufen? Dass ist wieder so ein typischer Widerspruch des Frosches!!
Vielleicht sollten sie mal die Zahlen der Plaumlocher anfordern den die sind ja aktuell!!

Anstatt mit dem Traktor hin und her zu Fahren,(Steuergeldverschwendung) könnte der B.aus Pflaumloch ja auch die Sperrung beantragen! Gleiches Recht für alle!

Was der Frosch da von sich gibt sind Visionen und Wunschträume!

 
At Freitag, 13. Februar 2009 09:42 Uhr +01:00, Blogger blogfrog said...

Die Zahlen, die es zur Verkehrsprognose wirklich gibt, stammen vom Staatlichen Bauamt Ansbach - und die sprechen eindeutig gegen die Ost-Umfahrung. Nachzulesen hier.

 
At Freitag, 13. Februar 2009 11:59 Uhr +01:00, Anonymous Anonym said...

Lstwagenverkehr nervt. In diesem Falle genauso wie in allen anderen Fällen. In diesem Fall aber hat die Diskussion längst die rationale Ebene verlassen. Es wird hüben wie drüben emotional diskutiert, ja sogar, wie im Bayerischen Fernsehen getitelt, erbost gestritten. Die einzige Lösung hierfür ist eine völlig andere Verkehrspolitik. Denn alles andere, wie. z. B. regionale Lösungen, führt zu Unmut und dient der Sache keineswegs. Anstatt Krieg gegen unsere Nachbarn zu führen, sollten wir uns mit ihnen verbünden und im Bund massiv auf eine Ändernug der Gesetzeslage drängen. Letztendlich bringt nur das dauerhafte Entlastung, weil sich nur dann niemand ungerecht behandelt fühlt.

 
At Freitag, 13. Februar 2009 19:57 Uhr +01:00, Anonymous Anonym said...

Ich denke, dass es in Sachen Mautflucht in Dinkelsbühl kaum jemanden gibt, der Hammer für das Erreichte nicht dankbar ist. Abgesehen natürlich von denen, die schon immer gegen Hammer waren, weil sie ihm den Erfolg missgönnen.
Wenn es nach blogfrog geht, dann gibt es weder eine Ostumfahrung, noch heißt er die Sperrung für den Mautausweichverkehr gut. Eine erfolgsversprechende Lösung um Dinkelsbühl vor dem somit vorprogrammierten Verkehrskollaps zu bewahren, hat er jedoch nicht angeboten. Nachdem die B25 immer weiter ausgebaut wurde, es immer mehr Ortsumfahrten gibt und geben wird und diese Entwicklung deshalb nicht mehr aufzuhalten ist, besteht m.E. die große Gefahr, dass die Dinkelsbühler am Ende wirklich die Zeche zahlen werden.
Auch wenn ich die Gegner dieser Umfahrung verstehen kann, ist diese Umfahrung meiner Meinung nach für die Stadt die einzige Lösung, damit wir am Ende nicht das letzte Nadelöhr auf dieser Strecke werden. Naturgemäß gibt es immer eine weit zu hörende Gegenerschaft, wenn eine Umgehung diskutiert wird. Nicht zuletzt deshalb, weil sie sich zu entsprechenden Bürgerinitiativen organisieren, was auch voll okay ist. Es gibt aber auch in Dinkelsbühl nicht wenige, wenn auch leise Stimmen, die eine Ostumfahrung favorisieren. Interessant wäre deshalb meines Erachtens, wenn die Dinkelsbühler - beispielsweise bei einer Volksabstimmung - über ihr Schicksal selber entscheiden könnten.

 
At Freitag, 13. Februar 2009 20:50 Uhr +01:00, Blogger blogfrog said...

Hammers Erfolge? Die Sperrung ist auf Zeit. Der Rückgang des LKW-Verkehrs nachweislich auf den allgemeinen Rückgang des LKW-Verkehrs aufgrund der Wirtschaftskrise zurückzuführen. Die OStumfahrung wird uns als einzige Lösung diktiert. Die Naturzerstörung steht in keinem Verhältnis zum Ergebnis, zumal es mindestens so viel Betroffene in drei Siedlungsgebieten geben wird, wie vorher an der alten Trasse.
Blogfrog ist nicht gegen echte Lösungen, die in einem ergebnisoffenen Prozess erarbeitet wurden. Es gibt nur eine gute Lösung für Dinkelsbühl, wenn wir uns unvoreingenommen mit dem Thema beschäftigen und nicht voreingenommen einer Scheinlösung hinterherrennen, die wir später sehr bereuen werden. Manchmal ist Zeit und Gründlichkeit eben unabdingbar, wenn man zum besten Ergebnis kommen will. Die Ost-Umfahrung ist das bei weitem nicht.

 
At Freitag, 13. Februar 2009 20:58 Uhr +01:00, Anonymous Anonym said...

Natürlich kann man die B25 noch weiter ausbauen und damit die Mautausweichstrecke noch interessanter machen. Mit dem Effekt, dass diese Strecke von noch mehr LKWs benutzt wird und - nicht zu vergessen - vorallem von den LKWs mit hoher Schadstoffklasse, da die am meisten Maut sparen. Dann holen wir uns die B131 als Ausweichstrecke von Nürnberg Süd bis zur A7 auch noch her, quer durch den Hesselbergraum, und schon brummt und stinkt es noch mehr rund um Dinkelsbühl. Welcher Tourist wird sich in die LKW Kolonne einreihen, um die Romantische Straße zu genießen? Wohin gehen die Dinkelsbühler, wenn sie Erholung und frische Luft brauchen?
Sollen wir wirklich alles tun, damit die LKW Kolonnen schneller an uns vorbei ziehen können? Oder sollten wir uns engagieren, dass die nicht weiterhin alle Anwohner an der B25 belasten? Warum kämpfen wir nicht gemeinsam dafür, dass die LKWs auf der Autobahn fahren müssen? Dann wäre allen geholfen, den Anwohnern, den Touristen, den Pendlern (täglich nach Nördlingen fahren zu müssen, macht auch nicht wirklich Spaß!) und wir müssten nicht unsere Naherholungsgebiete opfern!

 
At Freitag, 13. Februar 2009 21:19 Uhr +01:00, Anonymous Anonym said...

Nicht Hammers Erfolg, auch wenn die Sperrung erst einmal auf Zeit ist? Wessen dann?
Von einem Dikat bei der Ostumfahrung kann wohl nicht die Rede sein. Ein Dikat wäre es doch nur, wenn sie zwingend gebaut werden müsste.
Ergebnisoffen war doch der Prozess, ansonsten hätte man doch nicht noch zwei weitere mögliche Trassen für viel Geld untersucht. Irgendwann führt doch eine Untersuchung immer zu einem Ergebnis. Auch wenn es nicht immer gefällt. Der Vergleich mit der Betroffenheit hingt doch m.E. ein wenig. Denn der Grad der Betroffenheit ist doch wohl maßgeblich. Menschen, die 10m neben einer viel befahrenen Bundesstraße leben, werden das jedenfalls so empfinden.
Leider haben Sie sich immer noch nicht geoutet, mit welchen wirksamen und realistischen Methoden Sie den Mautausweichverkehr aus der Stadt halten würden, wenn Sie der OB wären bzw. wie Sie das doch sehr komplexe Problem der Ortsumgehung lösen würden.

 
At Freitag, 13. Februar 2009 21:19 Uhr +01:00, Blogger blogfrog said...

Das wäre eine denkbare Lösung. Gemeinsam zu kämpfen und den Bund dazu zwingen, endlich ein Gesetz für die Bürger und nicht für die Sped.-Lobby zu verabschieden. Alle Laster ab 3,5t auf dem kürzesten Weg ab auf die Autobahn oder die Bemautung der Bundesstraßen für LKW, oder ... Aber gemeinsam wird schwer, nachdem OB Hammer statt sich zu verbünden eher sein eigenes Süppchen kocht und "humanistische Wertschätzung" nicht allen Bürgern gleichermaßen zukommen lässt.

 
At Freitag, 13. Februar 2009 21:40 Uhr +01:00, Blogger blogfrog said...

Lesen sie auch den Kommentar Nr. 20 von Stadtrat Zitzmann, indem alles gesgt ist, was zu sagen ist.

 
At Freitag, 13. Februar 2009 22:01 Uhr +01:00, Anonymous Anonym said...

Nun, dort wird leider keine Lösung angeboten, sondern nur eine Wunschvorstellung genannt.
Zitat:
.....Voraussetzung dafür ist allerdings, dass wir langfristig den LKW-Transitverkehr von Dinkelsbühl fernhalten können....

Dieses werden Sie bei der gut ausgeauten B25 niemals erreichen.
Es wird also bei dieser Wunschvorstellung bleiben.
Also muss man sich mit der Realität, mit dem Istzustand auseinandersetzen. Insofern wäre es ja schon ein Erfolg, wenn Hammers Anordnung die Mautflucht betreffend auf Dauer Bestand hätte. Aber selbst die geht Ihnen ja zu weit......

 
At Freitag, 13. Februar 2009 23:14 Uhr +01:00, Blogger blogfrog said...

Jeder muss es mit seinem Gewissen vereinbaren, wenn er dazu bereit ist, anderen Leid anzutun, nur um selbst davon zu profitieren. Wie Christlich ist das denn?

 
At Sonntag, 15. Februar 2009 01:00 Uhr +01:00, Anonymous B2O said...

"Es macht immer Spaß in Dinkelsbühl Bürgermeister zu sein."
Weiß net, ob's ihm noch so viel Spaß macht. Ich glaub net.

 
At Montag, 16. Februar 2009 23:01 Uhr +01:00, Blogger blogfrog said...

"Inzwischen hat der Förderverein Naherholungsgebiet Mutschach Dinkelsbühl e.V. über 800 Mitglieder, die NEIN zu einer geplanten Ost-Umfahrung sagen. Innerhalb von nur vier Wochen sind wir zu einem der größten Vereine der Stadt geworden."
(www.rettet-die-mutschach.de)

 

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