IHK-Lobbyisten und adere skrupellose Handlanger
Die Präsenz der zahlreichen Mutschachliebhaber schien ihre Wirkung nicht zu verfehlen. Nicht zuletzt deshalb,weil IHK & Co. diesem Ansturm nichts entgegen zu setzen hatten. Der Auftakt verschob sich, obwohl alle Referenten und Diensthabenden längst auf ihren Plätzen saßen. Nervosität machte sich breit ob der vielen Anwesenden. Schon im Vorfeld der Veranstaltung misslang einiges. So wurde vollmundig in der Presse verkündet, wer alles zu diesem Abend eingeladen worden war, und dass andere Interessierte gerne geduldet werden würden. Doch hat der Gastgeber es versäumt z.B. den Räten Einladungsbriefe zu schicken. Da haben sich der Lobbyist und der OB wohl nicht richtig abgesprochen. Was den OB dazu brachte sich flugs seiner Richtlinienkompetenz zu besinnen und der Schnelligkeit und Drinkglichkeit wegen mittels elektronischer Post die Räte wissen zu lassen, was er von Ihnen erwarte. Die Routine des bis dahin glücklos agierenden IHK Gastgebers überdauerte gerade mal die namentliche Begrüßung der Provinzprrominenz, um sich von da an in Luft aufzulösen. Sichtlich irritiert war der notleidende Banker von der Kulisse der zahlreich erschienen Straßengegner. So groß war seine Unsicherheit, dass er sich mahnend an die Gäste wandte, um beschwörend Sachlichkeit statt Emotionen einzufordern, noch bevor überhaupt irgendetwas zum Thema gesagt worden war. Souveränität sieht anders aus. Und als ob das nicht schon beschwichtigend genug gewesen wäre, schob er kleinlaut hinterher, dass es bei dieser Veranstaltung ja eigentlich gar nicht um die Ost-Umgehung ginge, was wiederum die geladenen Gäste sichtlich irritierte, die sich daran erinnerten, doch selbiges in ihrem Einladungschreiben gelesen zu haben.
Die Herren gaben ihr Schlechtestes. Kein Wort von Klimaschutzzielen, zu denen sich Deutschland verpflichtet hat und die, so sie denn ernst gemeint sind, ein verkehrspolitisches Umdenken im Bund unumgänglich machen. Kein Wort von Ölknappheit und Wirtschaftskrise und deren Auswirkungen auf den Verkehr. Sicher ein Zufall, dass die Absatzeinbrüche der LKW-Hersteller von rund 30 % seit letzten Dezember und der Rückgang des Schwerlastverkehrs auf der B 25 im Januar um ebenfalls ein Drittel so trefflich übereinstimmen. Dass Streithansel Hammer sich diesen Scheinerfolg - belastbare Zahlen für die Gründe des LKW-Verkehrsrückgangs auf der B 25 existieren nicht - ans eigene Revers zu heften versucht, zeigt, wie zynisch manch einer hier am Werk ist. Das wirklich Schlimme dabei: Weder Opposition (die SPD etwa?) noch Presse versuchen hier Licht ins Dunkle zu bringen, für eine redliche Entscheidungsgrundlage zu sorgen. Kein Wort von den weitreichenden ökologischen Zusammenhängen, wie im Positionspapier des Bund Naturschutz ausführlich dargelegt. Nach wie vor muss die Natur sogennanten übergeordneten Interessen weichen und seien diese noch so irrsinnig. Stattdessen die Lobpreisung einer rückwärtsgewandten katastrophalen Verkehrspolitik, basierend auf fragwürdigen Prognosen und untauglichen, weil viel zu hoch angesetzten Grenzwerten. Eine Verkehrspolitik, die dem Steuerzahler gigantisch hohe Kosten für Straßenbau und -unterhalt aufzwängt und noch mehr Verkehr, Lärm, Dreck und Gesstank in unseren Lebensraum bringt. Als seien Allergien unserer Kinder abhängig von der Windrichtung, Kinderarmut, Schulmisere und vieles mehr kein Thema in unserem Lande. Geldverschwendung auf Kosten der Gemeinheit zum Nutze derer, die zwar notleidend geworden, uns aber denoch mit Arbeitsplätzen versorgen - oder auch nicht. Das Argument Arbeitsplatz wird vermutlich auch dann noch herhalten müssen, wenn wir längst in ABC-Schutzanzügen zur Arbeit fahren, jeder in seinem Auto aber auf bestens ausgebauten Straßen. Was für ein Anachronismus.
Wahrlich nichts Neues, was wir da von der Lobbyisten-Troika gehört haben, wie auch einer von ihnen, der hiesige Geldverleiher und IHK Vorsteher bemerkte. Nur eines: "Interessenverbände machen die Politik. Die ziehen die Fäden, an denen politisch[czech]e Hampelmänner hängen." Das aber ist auch nicht wirklich neu.Labels: Armes Dinkelsbühl, B 25, Politische Kultur, Tourismus

20 Comments:
Vor der Allmacht der Lobbyisten kann einem wirklich bange werden. Was sie wollen, müssen die Politiker vor Ort durchsetzen. Mir wird übel. Und wenn sich die Dinkelsbühler das gefallen lassen ziehen wir weg von hier.
Hallo Frosch,
muß dich echt loben. Klasse Berichterstattung zum aktuellen Thema. Du solltest dich mal bei der FLZ bewerben, die können einen solchen Reporter noch gebrauchen.
Gruß aus der Altstadt!!!
Widerspruch 1 “ Kein Wort von Klimaschutzzielen”
Schaut euch mal die Karren an die einen „Nein zur Ostumfahrungsaufkleber“ haben!?
Widerspruch 2 „Dreck und Gestank in unseren Lebensraum“
Eben! Darum die Straße weg von der Stadt, den da Leben doch die Kinder !
Und nicht im Wald, der außerdem als Filter dient!
“zur Arbeit fahren “ Ich dachte ganz Dinkelsbühl und Umgebung lebt vom Tourismus??
Zur IHK-Veranstaltung gab's in der heutigen Ausgabe der FLZ 3 spannende Leserbriefe
Widerspruch 1 - Darf man sich nur für die Umwelt einsetzen, wenn man ein neues Auto hat? Vielleicht kann sich nicht jeder ein neues Auto leisten? Und dann bitte mal die Autos genauer anschauen, die den Aufkleber drauf haben. Es sind wirklich keine 'Karren'!
Widerspruch 2 - Wo wohnen denn die Familien mit Kinder? Wer kann, versucht in eine Siedlung zu ziehen, weg von der Straße, mit Garten und Nähe zur Natur. So wie z.B. im Schelbuck. Und genau dort soll jetzt eine Bundesstraße gebaut werden? Und wo ist hier ein Filter? Vielleicht der Campingweiher oder die Wohnwägen und Zelte der Touristen, die nach Dinkelsbühl kommen, um die Natur zu genießen?
'zur Arbeit fahren' - es hat nicht jeder das Glück, direkt in Dinkelsbühl einen Arbeitsplatz zu finden. Aber dass der Tourismus ein ganz wichtiger Faktor für Dinkelsbühl ist, das ist doch wohl unbestreitbar, oder?
Dreht euch weiter schön im Kreis, der Frosch schmeißst ein paar Brocken hin und andere streiten sich drum!
Dies Art von Kommentaren stimmen einen nachdenklich. Hmmm...
Also da hebts einem doch den Hut hoch!!!
Was sind denn das für Argumente und dann auch noch ANONYM, wie einfach *grins*
Wir haben gute Optiker in Dinkelsbühl, die ich Anonym ans Herz legen möchte...
Die Aufkleber "Nein, zur Ostumfahrung" sind (Gottseidank!) auf Autos unterschiedlichen Jahrgangs zu finden. Gut, wenn unser Auto mit 5 Jahren eine alte Karre ist.....ich kenne auch genung PKWs mit Baujahr 2007 oder 2008 die sich mit diesem Aufkleber klar GEGEN eine Ostumfahrung aussprechen. Augen auf ANONYM!
Also bitte nicht solche Behauptungen aufstellen!!
Ich schließe mich dem Argument an, dass sich halt nicht jeder ein neues Auto leisten kann.
Und warum sollte der Wald als Filter dienen?
Genau in diesem Wald spielen unsere Kinder Fußball, geht unser OB joggen, wollen wir spazieren gehen, Nordic Walking machen, unseren Hund gassi führen, und....und....und....
Genug Argumente um unsere Mutschach vor dieser Straße zu schützen??
Im Übrigen ist es ja auch nicht so, dass die Herstellung einen neuen PKW völlig emissiondfrei stattfindet. Bevor das Auto seine ersten 100gr CO2 austößt, ist schon einiges an Umweltzerstörung während des Herstellungsprozesses passiert.
In was für einem Land leben wir eigentlich? In einem Land, in dem, bei all den bekannten Missständen, Lobbyisten und deren Handlanger, die Politker, landauf landab fordern, die Finanzmittel aus dem Konjunkturpaket (Bayern: 1,9 Mrd.) für Umgeheungsstraßen auszugegeben. Geht's eigentlich noch? PISA schon vergessen?
Ob ich nun baerin777 heiße oder Ostumfahrungja oder Anonym dürfte wurscht sein, denn ich weiß ja auch nicht wer sie sind!
Im Beitrag darunter habe ich dass bereits richtig gestellt, es muss heißen einige, es währe ja auch schlimm wenn es alle währen. So und nun wieder zu den Tatsachen:
Einige der Karren sehe ich Täglich selbst.
Ich behaupte weiterhin dass die Urheber( der aus Wolframs-Eschenbach vielleicht nicht !?) aus Eigennutz Handeln und die Mitglieder die es Ehrlich meinen mit dem Umweltschutz nur benutzen!
Denn, warum Fahren Umweltschützer von der Karlsbader Str. mit 2 Autos und auch noch von der selben Familie in die Altstadt zur IHK Veranstaltung. Dass nenne ich Umweltschutz in Vollendung.
Ein weiterer Punkt, Auf die frage, was der Verein den so biete und mache, die Antwort „wir brauchen erst mal Mitglieder“ gute Sache so ein Verein!
Zum Thema Filter:
Oxygene Photosynthese: Der Wald als CO2 -Senke und Sauerstoffproduzent
Die Wälder produzieren mithilfe von Kohlendioxid elementaren Sauerstoff zum Atmen.
Beantwortet?
Warum glauben sie, Schützen die in Herrieden ihre Figuren auf der Brücke mit Plexiglaskästen?
Weil die Abgase so gut für sie sind oder die Kästen so schön sind?
Deshalb weg mit dem Verkehr von der Stadt und Altstadtnähe!
Weitere Gründe habe ich bereits geschildert. Stau am Hauffberg usw.
- was ist mit Unfall mit dem Holzzug im Arbeitsamt ?
-dass nächste Summerpreeze kommt bestimmt usw.
-die Pläne liegen ja schon 30 Jahre in der Schublade.
- zum Joggen und ihre Hundehaufen haben sie noch genug Platz!
Ich verstehe natürlich die direkt betroffenen vom Scheelbuck aber für die anderen habe ich kein Verständnis. Weil sie weit genug weg sind. Dem Geiz seine Maschinen sind auch laut!
Ja, jetzt kommt der Reitverein usw.
Zum letzten Kommentator fallen mir zwei Aphorismen aus meiner frühesten Schulzeit ein:
1. Repetitia non placent
2. Beati ...
... die 2. denke ich mir lieber.
Die allseits berühmte Feststellung Descartes' - aber vice versa - würde ebenso den Kern der Sache treffen, denke ich und bin also.
Ja,Ja schon klar
aber anscheinend hat baerin777 es noch nicht gelesen!
Auch guter Beitrag!
Der Beitrag in der Sendung quer dürfte die Fragen zur Wirkung der B25 Sperrung und zum Verkehrsaufkommen auch momentan in der Krise geklärt haben!
... in der Anmoderation wurde schon erwähnt, dass der Rückgang des LKW-Verkehrs in unmittelbarem Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Situation in Deutschland steht.
Häää, Anmoderation hin oder her ,warum haben die Plaumlocher ….dann jetzt mehr Verkehr und nicht auch 30% weigener? Wollen Sie uns für dumm verkaufen? Dass ist wieder so ein typischer Widerspruch des Frosches!!
Vielleicht sollten sie mal die Zahlen der Plaumlocher anfordern den die sind ja aktuell!!
Alle reden immer nur von Zahlen. Welche Zahlen meinen Sie? Es gibt keine von unnabhängiger Stelle erhobenen belastbaren Zahlen - außer emotionalen vielleicht.
Manche Beiträge regen wirklich zum Schmunzeln an. Ich wusste gar nicht, dass i n s Arbeitsamt mal ein ganzer Holzzug passte.
Eine Umgehungsstraße wird auch am nächsten Summerbreeze-Stau bestimmt nichts ändern.
Da müssten erst mal die Veranstalter ein durchdachtes Verkehrskonzept auf den Tisch legen, auf das jetzt schon zwei Jahre gewartet wird. Die Brise ist im Übrigen eine weiche und keine mi P wie Paula.Die Filterthese legt den Schluss nahe, dass man noch viel mehr Straßen in Waldnähe bauen sollte, damit mehr Sauerstoff produziert werden kann. Was aber, wenn durch die erforderliche Rodung für solche Straßen am Ende gar kein Wald mehr da ist?
Fragen über Fragen, die durch eine bloße Wiederholung bereits mehrmals durchgekauter Erklärungsversuche immer noch nicht beantwortet sind.
Ich selbst bin gegen die Ostumfahrung, weil ich glaube dass
die Zerstörung, die hiermit einhergeht in keinem Verhältnis zum evtl. Nutzen steht.
Dennoch interessieren mich plausible Gegenargumente.
Wenn hier allerdings teilweise nur persönlicher Kleinkreig die Diskussion beherscht ist das für mich enttäuschend. Wird sich jetzt schon auf die Lauer gelegt und beobachtet, wer wann mit wie vielen Autos mit Aufkleber von A nach B fährt?
Kinderkram!!
Haben sie den Beitrag gesehen oder nicht ? Die Zählen doch momentan von Hand die LKW´s
Somit wissen sie wie viel es in Pflaumloch bzw. in dem anderen Dorf mehr geworden sind und bei uns weniger.
Einmal schreiben sie hoch geistige Zitate und Fremdwörter und dann verstehen sie die eifachste logig nicht ??????? oder wollen sie nicht verstehen!
- was ist mit Unfall mit dem Holzzug im Arbeitsamt ?Das Holz kann leicht mit einen Kran wieder auf einen LKW gehoben werden.
Was ist aber mit einen Gefahrguttransporter auf der neuen Umgehung. So schnell kann die Feuerwehr nicht sein, damit verhindert wird, das unser aller Trinkwasser verseucht wird.
Kommentar veröffentlichen
Links to this post:
Link erstellen
<< Home