17.02.2009

Straßen - "Klassische Euro-Gräber"

Interessanter Beitrag, gespickt mit Argumenten zum Thema Umgehungsstraßen aus des OBs Heimatregion, der Oberpfalz.

"NEUMARKT. Die Grünen fordern ein Verkehrskonzept für den Landkreis. Es soll alle Mobilitätsformen beinhalten. Straßen und Schienen müssen gleichermaßen berücksichtigt werden, hieß es.

Kreissprecherin Gabriele Bayer spricht von "Schildbürgerstreichen" wenn sie an die Aktivitäten bei den "neuerdings so gepriesenen Umgehungen" denkt.

"Wilder Aktionismus" werde abgelöst von "grenzenloser Dummheit", hieß es. Es könne nicht sein, so Kreisrat Dr. Roland Schlusche, dass überall Umgehungen geplant werden, aber sich niemand Gedanken über ein ganzheitliches Verkehrskonzept für den Landkreis Neumarkt macht.

Bayer fordert einen "Verkehrsgipfel" für den Landkreis. Es müsse geklärt werden, wie der Verkehr im Landkreis langfristig reduziert werden kann, anstatt immer neue Straßen zu bauen. Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten. Wer Umgehungsstraßen baut, erntet Umgehungsverkehr. Mit Umgehungsstraßen wird das Problem des hohen Verkehrsaufkommens nur verlagert, nicht gelöst. Bayer fordert außerdem, dass die Planungen in ein Raumordnungsverfahren münden müssen.

Was den Grünen noch Bauchschmerzen bereite, seien die Unterhaltungskosten für die vielen Straßen im Landkreis. Angesichts des Schuldenberges, der sich in Deutschland auftut, sollte man versuchen, so wenig neue Straßen wie möglich zu bauen. Neue Straßen sind laut Bayer "klassische Euro-Gräber". Es würden hohe Summen an Steuergelder verbraten, damit die "unverbesserlichen" Autofahrer und die Firmen, "die die Autobahnmaut umgehen wollen und ihre Lager auf die Straße verlagern", ihr Verhalten nicht ändern müßten. Diese neuen Straßen müßten aber ebenso wie die Unmenge alter Straßen von Steuergeldern unterhalten werden, die zur Schuldentilgung benötigt werden.

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Toni Hofreiter habe schon mehrmals den Investitionsstau bei der Sanierung bundesdeutscher Straßen angemahnt. Hier fehlten bereits Milliarden für die Sanierung der alten Straßen. "Aber weil es schon egal ist", würden gleich noch ein paar neue Straßen zum Unterhalten gebaut. Da seien Umgehungen dabei, bei denen im Vorfeld nicht einmal eine ordentliche Datenerhebung bezüglich des Verkehrsaufkommens, des Ziel- und Quellverkehrs gemacht worden sei, hieß es.

Das Geld des Investitionspaketes könnte laut Kreisrat Erwin Ehmann sinnvoller eingesetzt werden. Zum Beispiel bei der Altbausanierung. Hier könnte man Passivhausstandard mit den Geldern anstreben und so echten Fortschritt schaffen."

17.02.09
Webnews, "Verkehrsgipfel gefordert", Neumarktonline.de

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2 Comments:

At Dienstag, 17. Februar 2009 12:55 Uhr +01:00, Anonymous Anonym said...

Bitte liebe Räte zieht bei Eurer Abwägung der Argummente nicht nur die Gegenwart in Betracht. Wer soll in Zukunft den Unterhalt des unkontrollierten Straßenwuchses bezahlen? Doch letztendlich wir, der Steuerzahler. Wäre es da nicht wirklich besser, ein ausgewogenes Verkehrskonzept (Gemeinsam statt einsam: Verkehrsgeschädigte aller Regionen, vereinigt Euch!) zu entwickeln und Autobahnen auszubauen und die entsprechenden Gesetzte gegen Mautflüchtlinge zu beschließen? Anstatt die Natur mit immer mehr Straßen zu versiegeln? Denkt doch an die Kinderkrippenplätze, die wir brauchen werden, nachdem "Babyboom" im vergangenen Jahr.

 
At Dienstag, 17. Februar 2009 15:40 Uhr +01:00, Blogger blogfrog said...

Lt. Bund der Steuerzahler ist jeder Bundesbürger mit knapp €19.000,- verschuldet. Allein die Mittel, die der Staat zur Lösung der Bankenkrise einsetzen will, kosten uns rd. €1000,- pro Kopf, wenn die Bürgschaften in vollem Umfang fällig werden.

Die Schulden von heute, sind die Steuern von morgen.

 

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