Zerbricht Dinkelsübhl an OB Hammer?
Die Befürworter der Ostumfahrung machen mobil. Das ist ihr gutes demokratisch verbrieftes Recht. Unterschriften zusammentragen für ein Bürgerbegehren. So gesehen heute in der Altstadt.Oberbürgermeister und Chef des Rathauses, 1. Bürgermeisterin, der Hauptschulleiter sowie Mitarbeiter der Stadtverwaltung setzen sich für die Ostumfahrung in Szene und sammeln Unterschriften für ein Bürgerbegehren pro Ostumfahrung. Wo hat es das schon mal gegeben? Ein OB und Teile seiner Verwaltung widersetzen sich einer überaus gut begründeten Ratsentscheidung gegen die Ostumfahrung und eröffnen selbst eine Gegenoffensive. Die Ostumfahrung muss her, und zwar per Bürgerentscheid. Selbst Beamte, die sich verpflichtet haben, auf öffentliche politische Betätigung zu verzichten, tun es dennoch. Von Neutralitätspflicht nach Beamtenrecht keine Spur. Was sagt die Aufsichtsbehörde dazu?
Große Teile der Bevölkerung stehen fassungslos vor ihrem OB. Bürger, die einst ihrem OB vertraut und diesem loyal gefolgt waren, verstehen die Welt nicht mehr. Der OB kündigt den Trassengegnern und somit ihnen, einem Großteil der Dinkelsbühler Bürger, die Solidarität auf. Will um jeden Preis die Ostumfahrung durchsetzen, anstatt abzuwarten und allen Bürgern als Schlichter und Mediator zur Verfügung zu stehen - und betreibt damit die Spaltung dieser Stadt. Vorbeikommende Stadträte scheinen ratlos, sprechen zumindest von einem fragwürdigen Stil des OBs, wenn nicht sogar von einem verwaltungsrechtlichen Verstoß. Maßlose Enttäuschung macht sich breit, Tränen fließen, Kampfansagen machen die Runde. Dinkelsbühler, die gestern vielleicht noch zusammen gegrillt haben, wechseln die Straßenseite, wenn sie sich in ihrer Stadt begegnen. Der eine dafür, der andere dagegen.
Zerrissen, wie seit dem 17. Jahrhundert nicht mehr, präsentiert sich Dinkelsbühl in diesen Tagen. Wie konnte es so weit kommen? Warum lässt der OB zu, dass der Friede in Dinkelsbühl der Zwietracht weicht? Warum stellt er sich unverblümt an die Spitze der Befürworter einer Ostumfahrung, die so viele Schwächen hat, dass sich der Rat bewusst für eine Neuplanung - nicht grundsätzlich gegen eine Umgehung - aussprach? Warum lässt dieser OB die Dinkelsbühler so im Stich? Warum lässt er zu, dass die Bürger dieser Stadt entzweit werden? Warum nur? Wohin steuert er unser Dinkelsbühl? Was werden die Bürger tun, denen er heute die kalte Schulter zeigt, indem er ihre Sorgen und Ängste bestenfalls scheinheilig zur Kenntnis nimmt? Werden Sie Ihre Unternehmen und damit Arbeitsplätze verlagern? Werden Bürger sich abwenden, von einem für sie nicht mehr lebenswerten Dinkelsbühl und ihre Steuern zukünftig woanders entrichten? Zahlen Straßen etwa Steuern? Was, wenn sich die Fronten weiterhin verhärten? Der OB hat sich ja auf eine Seite geschlagen. Kein Lotse weit und breit. Was passiert, wenn eintausend Ostumfahrungsgegner in den Generalstreik treten und ihre Strom- und Gasverträge mit den Stadtwerken kündigen? Was, wenn es nun so emotional und irrational weitergeht? Wer einigt diese Stadt?
Der Aderlass, der Dinkelsbühl bevorstehen könnte, wird eine Ostumfahrung niemals wettmachen. Daran sollten alle denken, die dann ihr Leben hier in Lärm und Dreck fristen, die immer noch glauben, dass Straßen Steuern zahlen und wir mit dem Verkehr so weitermachen können wie bisher. Diejenigen, die heute glauben, sie können sowieso nichts und niemanden abwenden, wenn die große Politik es nicht so will, werden sich dann, eines nicht allzu fernen Tages, von Ihren Kindern fragen lassen müssen: Wie konntet ihr es nur soweit kommen lassen? Dann aber wird es zu spät sein. Straßen zahlen keine Steuern, sie schaffen auch keine Arbeitsplätze, der Verkehr auf der Luitpoldstraße ist hausgemacht und soll, so die Prognose des staatlichen Bauamts, bis 2020 lediglich um 8,3 % steigen. Wozu also wollt ihr eure schöne Natur rund um diese Stadt zerstören? Nur, weil euch einer vorgauckelt, ihr würdet eine Chance verschlafen? Was konkret soll euch diese Chance bringen? Warum nicht in Berlin und Brüssel dafür kämpfen, dass die LKW, wie in Österreich, auf die Autobahn müssen? Eine Natur, die so vielen Dinkelsbühlern am Herzen liegt.
Labels: Armes Dinkelsbühl, B 25, Politische Kultur, Stadtentwicklung

14 Comments:
Ist ja schon mehr als man erwarten durfte, dass Sie den Ostumgehungsbefürworter das Recht einräumen sich zu formieren. Dass sich Stadträte und die Bürgermeister für die Bürgerbegehren einsetzen ist ebenfalls nicht zu beanstanden. Schließlich gibt es ja auch Stadträte, die sich aktiv bei der Bürgerinitiative gehen die Umgehung einsetzen. Dass Teile der Verwaltung Unterschriften sammeln ist eine Unterstellung. Jede Wette, dass Sie kein Mitglied der Stadtverwaltung mit einer Unterschriftenliste herum laufen sahen. Dass Beschäftigte im Rathaus eine eigene Meinung zu dieser Frage haben, ist doch hoffentlich noch legitim. Oder verliert man seine Bürgerrechte, wenn man im Rathaus beschäftigt ist? Das Votum des Rates verbietet keinem Mitglied der Verwaltung für ein Bürgerbegehren zu sein. Ihre zitierte Neutralitätspflicht ist davon ohnehin nicht berührt. Warum übrigens einem Dinkelsbühler Schulleiter verwehrt sein sollte aktiv für ein Bürgerbegehren einzutreten, erschließt sich mir nicht. Jeder weiß, dass im Falle einer Abstimmungsniederlage die Bürgerinitiative ein Bürgerbegehren angestrebt hätte. Dann wäre das natürlich vollkommen in Ordnung gewesen. Daran wäre dann Dinkelsbühl nicht zerbrochen? Apropos warum sollte Dinkelsbühl daran zerbrechen? Mehr Demokratie geht doch gar nicht. Große Teile der Bevölkerung hätten übrigens nicht verstanden und wären wohl fassungslos gewesen, wenn sich nicht Dinkelsbühler gefunden hätten eine Gegeninitiative zu gründen. Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, was so verwerflich daran sein soll, wenn die Dinkelsbühler selber über die Frage der Umgehung entscheiden.
tja, nicht zu vergessen, die CSU-vorstands-mitglieder sind die hauptinitiatoren! welch zufall? wie war die abgstimmung der csu-fraktion - ohne ob hammer? 6 : 4!gegen die ostumgehung - na dann - prost mahlzeit!
Lieber Blogfrog,
bei der Lektüre habe ich Tränen vergossen - der Rührung. Mindestens so viele, wie ich als Kind vergossen habe, als ich "Vom Winde verweht" zum ersten Mal gesehen habe.
Dass die Dinkelsbühler momentan in der Frage der Straße so emotional reagieren, liegt auch an Pamphleten wie den Ihren.
Ich wünsche Ihnen noch viel Freude beim Stricken an dem Märchen von den in der Frage einer Straße entzweiten Dinkelsbühlern, die sich gegen den bösen Zauberer im Rathaus nicht mehr anders helfen zu wissen als mit Generalstreik.
Damit würden Sie sich sicherlich einreihen in die große Reihe der Märchenerzähler wie die Gebrüder Grimm oder Hans Christian Andersen. Auch hier kämpfte Gut gegen Böse. Und umgekehrt.
Und mal ganz nebenbei unter Freunden bemerkt: Waren nicht Sie es, der Bürgermeister Sandfuchs an anderer Stelle in diesem weltweiten Netz am 31. März zum Rücktritt aufgefordert hatte, weil er angeblich absolut skandalöse Vergleiche gezogen hatte zwischen den Dinkelsbühlern heute und denen des Dreißigjährigen Krieges? Wie wäre es, wenn sie jetzt zurück treten würden als gutes Gewissen der Stadt. Ich zitiere aus ihrem Märchen: "Zerrissen wie seit dem 17. Jahrhundert nicht mehr..."
Aber die Fehler machen bei Ihnen ja immer die anderen.
@ Pardi:
Sie setzen also einen Krieg, bei welchem viele Menschen ihr Leben lassen mussten, gleich mit dieser Spaltung oder Meinungsverschiedenheit?
Wenn sie diese Situation schon als Krieg betrachten, wurde dann der große Streitherr von einem Frosch angeschossen?
Bravo, jetzt sammelt sogar Herr Kitzberger von den REPs Unterschriften für den OB und seine Ostumfahrung. Wer hätte es gedacht? Kaum hat Hemmer seine Fraktion verloren (mehr dazu diese Woche auf der Sitzung des Ortsvereins) rückt er nach rechts. Na dann, gute Nacht mein lieblich romantisches Dinkelsbühl. Wie lange warst Du unberührt und frei?
Vor dem Abgesang auf die "Nachtwächterstadt" DKB sollte man bemerken, dass die Vorgehensweise von OB Hammer von Mitgliedern fast ALLER Fraktionen des Stadtrats gebilligt wird (inklusive SPD und Freien Wählern). Bei Herrn Kitzbergers Tätigkeit und seiner "Partei" handelt es sich daher ja wohl ganz offensichtlich um üble Trittbrettfahrerei.
Was raucht ihr habt ihr noch was davon!!??
Es sind Bürger der Gemeinde Dinkelsbühl die hier Unterschriften sammeln.
Um was geht es hier jetzt eigentlich? Und aus welchen Parteien die Mitglieder des Mutschachrettungsvereines sind interessiert doch auch keinen Menschen.
Jetzt wird es wieder Unsachlich hier! Aber ihr ahnt ja schon was auf euch zu kommt!
Die CSU und Feuerwehr
tun sich mit OB Hammer schwer,
Der sucht sein Heil in allerlei
und scheut auch nicht vor Spalterei,
Bei der Wehr war er zu wirsch
dort forderte er seinen Hirsch,
Eignung stand nie im Vordergrund
nur seinen Vasallen tat er kund,
dort zog und trog er hintenrum
die Wehrler aber waren nicht dumm,
sie wehrten sich und siehe doch
inthronisierten sie den Hoch,
sehr zum Verdruss von OB Hammer
immer größer wird sein Jammmer,
die Feuerwehr ganz ungehalten
innerlich nun doch gespalten?
sind nach Dürrwangen geritten
dort wär es dann beinah' entglitten,
ein Teil der Mannschaft tat sich schwer
wollt nicht so recht als einig Wehr,
was dieser Mann ist, sei und war
wird für die Leute zur Gefahr,
mit seiner Bürgerspalterei
sucht er nur Macht und mancherlei,
druum wache liebes Dinkelsbühl
für dich hatte er nie viel Gefühl,
ihm ging's stets nur um sich
drum geb fein acht und wappne dich,
ansonsten geht's Dir an den Kragen
und niemand wird's mehr zu Dir wagen,
Ob Ost,ob West ob über Gleise
kommen soll die Mutschachschneise,
es ist, obschon ein Jammertal
wenn's darum geht, was stand zur Wahl?
und wer hätt' es je gedacht
auch in der CSU hat's g'scheit fei g'kracht,
heut abend werden's alle sehen
wie sich Parteifreunde verstehen,
viele woll'n ihn dort nicht mehr
doch OB Hammer fällt's nicht schwer,
wie üblich und ganz ungehalten
tut er die CSU nun spalten,
erst Feuerwehr und CSU
geht's Dinkelsbühl nun so im Nu?
Ach Dinkelsbühl, tue dich nicht schwer
mach's nicht wie CSU und Wehr,
sondern besinn Dich und erkenne
der Hammer treibt dich in die Enge,
sei nicht so dumm und willenlos
werd' den OB nun ganz schnell los,
drum muss es uns gelingen
die Ostumfahrung zu bezwingen.
C hristoph
S paltet
U ns
Er will diese Osttrasse
und diese Verkehrsmassen.
Es wird nur noch mehr Verkehr durch Dinkelsbühl rollen,
wenn wir diese Trasse nach Dinkelsbühl holen.
Kein Flehen dringt an sein Ohr,
Kein Bitten dringt zu ihm vor.
Der Stadtrat hat richtig entschieden,
aber OB Hammer gibt sich damit nicht zufrieden.
Er stellt sich selbst an den Stand,
und sammelt Unterschriften aus des Bürgers Hand.
Die Stadtratsentscheidung will er kippen,
gar nette Worte kommen jetzt über seine Lippen,
Ein Bürgerbegehren muss jetzt her,
fleißig sammeln, das ist nicht schwer.
Die Wirtschaft soll kommen
mit den großen Lkw kolonnen.
Doch die große Wirtschaft rollt nur an Dinkelsbühl vorbei
- doch das ist dem OB einerlei.
Die Osttrasse muss her,
- denn die will ER.
Gute Argumente zählen nicht mehr,
nette Gespräche werden schwer.
Entweder für oder gegen Ostumgehung
ist das Thema in Dinkelsbühl und Umgebung.
Willst du noch weiter mit dem OB sprechen,
musst du die Finger für die Osttrasse strecken!
Er selbst hört den Lärm der Straße nicht,
denn er wohnt jetzt in einen fernen Wohngebiet.
Statt nach einer besseren Lösung für Dinkelsbühl und seine Bürger zu suchen,
müssen Riesenhöhenunterschiede ausgeglichen werden, zerstört man Vereine, Naherholungsgebiete, Nahrungsgebiete von Tieren, Wohngebiete der Menschen und der Natur Pflanzenwuchs.
Für Neustädtlein, Knittelsbach, Freundstal wird es keine Lösung durch die Osttrasse geben,
sie bekommen auch weiterhin keine Umgehung und die Erde wird dort weiter durch noch mehr LKWs beben!!!
Die Art uns Weise, wie Frau Beck Unterschriften sammelt hat’s in sich. Wie jetzt bekannt wurde, scheut die alte Dame nicht davor zurück, weitaus älteren Mitbürgern als sie selbst ist, das Bürgerbegehren quasi unterzujubeln und zwar ohne auch nur darauf hinzuweisen, worum es im Bürgerbegehren geht bzw. zu hinterfragen, ob es von den alten Leuten verstanden wurde, wofür sie unterschrieben. So geschehen am Samstag. Pech nur, dass Angehörige der betreffenden Person davon erfuhren und Frau Beck stellten. Die daraufhin kleinlaut die Unterchrift wieder von ihrer Liste entfernen musste.
Frau Beck scheint hier ein ganz eigenes Verständnis von Demokratie in sich zu bergen. Jedenfalls wird sichtbar, warum diese Frau, 1. Bürgermeisterin und Ehrenbürgerin, für OB Hammer so unverzichtbar ist. In diesem Sinne: Pro-Dinkelsbühl? Nein danke.
Man sammelt Unterschriften überall
beim Bettler und beim General.
Beim Einkaufen ganz nebenher,
gibt man seine Unterschriften her.
Man sammelt bei jung und alt,
und macht sicher auch vor Kindergarten, Schule und Altersheim nicht Halt.
Kannst du nicht lesen - kein Problem
Hauptsache: du stehst bei deiner Unterschrift bequem.
Du kannst kein deutsch
Wird gemacht - auf die Lischte dein Kreuzsch.
Drum Leute gebt nur acht,
was man mit euch so macht!
bitte nachsehen
www.dinkelsbuehler.de
Wer gestern in der Stadtratsitzung war, fragt sich, ob Hammer nicht an sich selbst zerbricht. Weit weg davon war er jedenfalls nicht. Der Mann hat sich nicht mehr im Griff.
Kommentar veröffentlichen
Links to this post:
Link erstellen
<< Home