KSV - Hammers Totenglöckchen
Hammer hegt also Zweifel an der Fähigkeit des Managements der KSV. Warum denn erst jetzt? Er jedenfalls will als Aufsichtsrat seinen Job richtig gemacht haben. Nichts vorzuwerfen hat er sich. Jedoch, nach den uns vorliegenden Informationen muss man davon ausgehen, dass Hammer im FLZ-Interview entweder vergessen hat die Wahrheit zu sagen oder sich nicht mehr richtig daran erinnert, was er wann das erste Mal über das KSV-Desaster erfahren hat. Nichts von all dem, was jetzt rauskommt, will er angeblich gewusst haben. Nicht einmal die genaue Investitionssumme, so der Herr Aufsichtsrat, war ihm bekannt. Über eine mittlerweile auf das KSV-Grundstück eingetragene Grundschuld in Höhe von € 9,6 Mio. will er seitens der KSV-Geschäftsführung nicht, zu spät oder unzureichend informiert worden sein.
Richtig ist: Die jahrelang andauernden Missstände sowie die drohende Pleite deuten nur auf eines hin: Nämlich auf das massive Versagen Hammers, Aufsichtsrat der KSV-GmbH und Vertreter des kommunalen Gesellschafters Dinkelsbühl.
Als es darum ging, ein wegweisendes Projekt auf den Weg zu bringen, war er stets ganz vorne mit dabei. Nicht müde werdend, die Sensation in Sachen kommunaler Klärschlammentsorgung in allerhöchsten Tönen zu loben und zu preisen. Dass die Anlage in Dinkelsbühl realisiert wurde, schreibt er gern sich selbst zu. Skeptikern unter seinen Amtskollegen aus der Region, die sich nicht von ihm ins Klärschlammboot holen lassen wollten, warf der KSV-Messias schon mal Rückständigkeit und Innovationsmüdigkeit vor. Jetzt schmunzelt man in den Nachbargemeinden über ihn und sein für Dinkelsbühl folgenschweres Versagen, während Hammer immer noch davon spricht, die Anlage zum Laufen bringen zu wollen. Mit ihm als Aufsichtsrat womöglich? Fakt ist: Nirgendwo auf der Welt läuft eine wirklich vergleichbare Anlage dieser Dimmension. Die technischen Probleme sind nach wie vor ungelöst. Fraglich ist auch, inwieweit minderwertiges Brennmaterial die Anlage bereits soweit beschädigt hat, sodass in naher Zukunft Reparaturkosten in Millionenhöhe auf die KSV zukommen.
Obwohl die KSV für ihn angeblich “immer ein extrem wichtiges Projekt” war, wie er selbst stets betonte, hat Hammer sich nur halbherzig um seine Aufgaben als Aufsichtsrat gekümmert. Im Hintergrund behände zu arbeiten ist seine Sache nicht. Zahlreiche Sitzungsprotokolle, Dokumente und Zeugen werden dies eindruckvoll belegen. Schlimmer noch: Nicht nur in seiner Rolle als Aufsichtsrat, sondern auch als Vertreter des größten kommunalen Gesellschafters hat er billigend und vielleicht sogar grob fahrlässig in Kauf genommen, dass gewährte Bürgschaften platzen. Jetzt will die Landesbank Hessen-Thüringen, selbst am Rande des Zusammenbruchs, ihr Geld zurück, während Hammer Wahnvorstellungen nachhängt, ein Hauptgläubiger in Kapitalnot müsse “ein wesentliches Interesse daran haben, dass die Anlage läuftt”. Was für absurde Ansichten eines in wirtschaftlichen Zusammenhängen offensichtlich Ahnungslosen. Oder eines hoffnungslos in die Enge getriebenen.
Im Klartext: Der Aufsichtsrat hat durch Gesetz geregelte Pflichten. Er überwacht die Geschäftsführung. Er vertritt die Gesellschaft (KSV-GmbH) gegenüber dem Vorstand (Geschäftsführung) und er beruft bzw. entlässt diesen aus seiner Verantwortung, wenn er das Unternehmen nicht so führt, wie er es führen soll. Insbesondere kann und muss der Aufsichtsrat, will er ernsthaft seinen Pflichten nachkommen, Geschäftsführungsmaßnahmen des Vorstandes (Geschäftsführung) von seiner Zustimmung abhängig machen. Er kann es also so einrichten, dass ohne ihn nichts geht, die Unternehmensleitung gerade mal Briefpapier ohne seine Genehmigung bestellen darf. Mit solch weitreichenden und ihm zur Verfügung stehenden Kompetenzen hätte man von Aufsichtrat Hammer erwarten können, dass er diese zumindest dann in Anspruch nimmt, wenn es sich um ein "extrem wichtiges Projekt" handelt. Erst recht, wenn es chronisch unterfinanziert, für die Anteilseigner ein beträchtliches finanzielles Risiko birgt und darüber hinaus von Anfang an mit riesigen technischen Problemen behaftet ist.
Warum, in alles in der Welt, hat Hammer als Aufsichtsrat nicht vehement nach Antworten verlangt? Hat er überhaupt die richtigen Fragen gestellt?
Hilflos geworden sucht Hammer nun die Schuld bei der Geschäftsführung der KSV und bei den Crailsheimer Stadtwerken und spart bewusst, man höre und staune (!), den Aufsichtrat der KSV dabei aus. Als ob der Aufsichtsrat nicht ebenfalls ein Organ der KSV-GmbH wäre und dahingehend geprüft gehört, ob er seinen Verpflichtungen gerecht geworden ist oder nicht. Hammer weiß das genau. Aber er weiß auch, dass es jetzt um seinen Kopf geht. Angesichts der sich anbahnenden Rechtsstreitigkeiten dürften sich Anwälte deutschlandweit schon die Hände reiben. Der Griff in die Stadtkasse wird Hammer auch dieses Mal leicht fallen, wenn es darum geht, sich mit Hilfe von Anwälten auf Kosten des Bürgers so gut wie möglich aus der Affäre zu ziehen. Wenn ihm der Stadtrat nicht doch noch zuvorkommt.
Mit seinen Anschuldigungen im FLZ-Interview hat Hammer die Schlammschlacht eröffnet, die Fronten abgesteckt. Dinkelsübhl gegen Crailsheim. Jetzt fängt er an umsichzubeißen. Der Dinkelsbühler Stadtrat indes sollte endlich anfangen, sich darüber Gedanken zu machen, wie lange er Hammer im KSV-Drama uneingeschränkt und ohne Aufsicht agieren lassen will. Oder, ob er Hammer nicht per Beschluss zur Räson zwingt und ihm jemanden zur Seite stellt, der auf ihn aufpasst, wenn er in Sachen KSV unterwegs ist. Der Mann sei eine “Atombombe” versichert uns gegenüber ein honoriges CSU-Mitglied aus Dinkelsbühl.
Wie fatal es für Dinkelsbühl werden könnte, wenn Hammer weiterhin unbeaufsichtigt als Vertreter der Kommune bei weitreichenden Gesellschafterbeschlüssen mitwirkt, kann jeder sich leicht ausmalen. Nicht auszudenken, wenn, in Haftungsfragen gegenüber den Gesellschaftern (Dinkelsbühl), findige Anwälte der Gegenseite (Geschäftsführung) den Weg der Durchgriffshaftung bis in die Reihen des Stadtrats fänden. Denn, die Gesellschafterin ist die Kommune, in der Gesellschafterversammlung vertreten durch ihren von den Räten legitimierten OB, der als Aufsichtrat von anfang an tatenlos dem Dahinsiechen der KSV zusah. Die Zeit drängt. Ein paar wichtige Beschlüsse sind zu treffen. Nicht nur aus Sicht der Gesellschafterin Dinkelsbühl, sondern auch aus Sicht des Stadtrats. Einige Räte wissen das.
Labels: Amigos, Armes Dinkelsbühl, Klärschlammverwertung, Politische Kultur, Stadtentwicklung

11 Comments:
Ich weiß von nix
sprach Majestix bei Asterix.
Auch unser Bürgermeister will keine Ahnung haben
von den vielen KSV-Ausgaben.
Im Aufsichtsrat war die Kontrolle seine Pflicht,
dann käme auch die Wahrheit endlich an das öffentliche Licht!
Dr. Hammer ist von 29 Millionen Baukosten ausgegangen
die jetzige Summe von 39 Millionen sind erst jetzt beim ihm eingegangen.
Dass er beim Besuch von Umweltminister Gabriel vom 34 Millionen-Projekt gesprochen hat,
steht wie immer auf einen anderen Blatt.
Die Holzverteuerung sei Schuld
an dem ganzen Tumult.
Der Aufsichtsrat hat die negative Entwicklung erkannt
und die Beantwortung aller Fragen verlangt.
Die Antworten kamen leider nur zögerlich
- wahrscheinlich will man nich´.
Auch er will nur Fragen beantworten, die ihm passen.
Die anderen kann man, als OB, ruhig unbeantwortet lassen.
In seinen Augen hat die KSV noch Zukunft
- ich hoffe in Dinkelsbühl siegt noch die Vernunft
und die Stadträte werden die Notbremse ziehen
und werden nicht vor den notwendigen Schritten fliehen!
Und er wird wieder versuchen, sich aus der Nummer rauszuwinden! Nur geht es in diesem Fall um einen Millionenbetrag, der die Stadt Dinkelsbühl und ihre Bürger über Jahrzehnte hinaus massiv belasten und beeinträchtigen wird. Wir werden alle davon betroffen sein, mit steigenden Kosten und Gebühren und auch mit der Tatsache, dass viele Projekte und erforderlichen Maßnahmen nicht mehr umgesetzt werden können, weil Dinkelsbühl schlichtweg kein Geld mehr haben werden.
Die Verantwortung für dieses Desaster bei der KSV muss Hammer übernehmen, als Aufsichtsrat und treibende Kraft für diese Anlage muss auch Hammer endlich begreifen, dass man für seine Fehler einstehen muss und diese nicht immer anderen zuschieben kann.
Es war bekannt, dass es große Probleme gibt. Es war auch bekannt, dass beide Geschäftsführer über einen längeren Zeitraum aus gesundheitlichen Gründen fehlen. Da ist es die Pflicht eines Aufsichtsrates zu reagieren und die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen!
Aber alle kritischen Stimmen und Nachfragen wurden von ihm grundsätzlich niedergebügelt, 'man solle die Anlage doch nicht schlecht reden' war da zu hören.
Betriebswirtschaftliche Kenntnisse darf man wohl bei einem Juristen nicht erwarten, das hat Dinkelsbühl auch schon bei vielen anderen Projekten schmerzlich spüren müssen.
Nur - dann darf man nicht so beratungsresistent sein, wie Hammer dies immer wieder an den Tag legt. Nur seine Meinung ist die richtige, alle kritischen Stimmen werden schlichtweg ignoriert oder als persönliche Angriffe verurteilt.
Wir Dinkelsbühler werden noch lange unter seinen 'Heldentaten' leiden müssen. Ein verschandeltes Stadtbild, eine leere Stadtkasse, eine hohe Verschuldungsquote, alle seine Projekte (z.B. Theater, Museum) müssen auf Dauer bezuschusst werden, der Tourismus wird mit einer Ostumfahrung platt gemacht und wenn er es dann noch schafft, eine B 131 quer durch den Hesselbergraum zu forcieren, dann gute Nacht Dinkelsbühl!
Schon vor seiner ersten Wahl wurden wir von Freunden aus Bad Windsheim gewarnt, nach der Wahl 'beglückwünscht' mit dem Kommentar: 'Da habt Ihr Euch was reingeholt, wir sind froh, dass wir ihn los sind'.
Tja, leider hatten sie recht!
Aus meiner Sicht sollten sich meine Kollegen schleunigst aufmachen und Beweismaterial sichern. Als Anfangsverdacht schlage ich "Verdunkelungsgefahr wegen Veruntreuung von Steuergelder" vor. Die Zeit die Hamer jeetzt einfordert, wird er sicherlich nutzen. Aber in Bayern, das wissen wir, verschwinden Beweismittel auch aus den Regalen der Staatsanwaltschaft. Jeder von uns erinnert sich an die Strauß'sche Festplatte, die seinerzeit auf wundersame Weise aus den Räumen der Augsburger Ermittler verschwand.
Liebe Freunde, haltet euch von diesem Mann fern, sonst geht ihr mit ihm unter.
In der letzten Stadtratssitzung in diesem Jahr am kommenden Mittwoch muss es funken. Das Thema KSV darf nicht über die Feiertage liegen gelassen werden. Je länger man die Sache jetzt hinauszögert, umso mehr Schaden kann Hammer anrichten.
Nachdem Hammer als Aufsichtsrat keine oder die falschen Entscheidungen getroffen hat, muss jetzt der Stadtrat zeigen, was in ihm steckt. Aber wahrscheinlich werden wir ein wenig Glühwein trinken und uns so kurz vor Weihnachten nicht mit schwierigen Themen belasten. In was für einem Jammertal liegt Dinkelsbühl da bloß?
Inwiefern haftet eigentlich ein Stadtrat für seine Entscheidungen? Kann/muss das Gremium Stadtrat dem KSV Aufsichtsrat Hammer das Vertrauen entziehen? Müsste es aufgrund der Dringlichkeit und der Summe, die hier im Raum steht, nicht sogar eine Sondersitzung geben?
Puh, ich könnte mit so einem Schlamassel am Hals nicht mehr schlafen!!
Eine Riesensauerei ist das. Der Bürger ist wieder mal der Depp. Ich kann mir schon vorstellen was jetzt kommt. Die Gesellschafter beschließen den Preis für eine Tonne Klärschlamm von 100 auf 200 oder gleich 300 Euro zu erhöhen und holen sich das Geld so aus unseren Taschen.
Verpflichtet haben sich die Kommunen ja schon, den Klärschlamm nur über die KSV zu entsorgen.
Die anderen entsorgen weiterhin für 50 Euro die Tonne. Sauber, Herr Hammer, da kann man nur gratulieren und hoffen, dass man alle, die für das Elend verantwortlich sind zur Rechenschaft zieht. Jeden einzelnen.
Ich glaube es ist an der Zeit, dass wir Hammer bezgl. KSV das Vertrauen entziehen. Er darf nicht mehr ohne Kontrolle weitermachen. Das sind wir Dinkelsbühl doch schuldig, oder? Leider hab ich keine Ahnung, was man genau machen muss.
(Ein Stadtrat)
Unser OB wird schon so richten,
dass nicht entdeckt wird, dass er versäumt hat seine Pflichten.
Habt doch Geduld,
denn ich bin ohne Schuld.
Ich bin doch der Beste
und habe stets ´ne weiße Weste.
KSV mein Musterwunderwerkprunkstück
läuft wieder gut und teuer, wenn man nur ein paar Millionen zückt.
Ich Wunderknabe werd´ von meinen Geldbeutel bestimmt nichts zahlen
- will doch nur danach später weiter damit prahlen.
Den kleinen Bürger freut´s bestimmt
schließlich habe ich so abgestimmt!
Ach wann sind endlich Wahlen,
dass wir kleinen Bürger diesen Herrn und seine Schäden müssen nicht mehr bezahlen!
Was soll unser Jammer
Die Schulden ham´mer
Wie man hört, sind "Heuschrecken" auch eine Option, an die OB Hammer denkt.
Die kommen nur, wenn's richtig was zu fressen gibt und das lassen sie sich meist mit komplexen Verträgen zusichern, die in der PRovinz kaum einer versteht.
OB Hammer könnte versucht sein, das Fiasko aufzuschieben indem er einen Inveestor reinholt. Jahre später stellt sich dann heraus, wie teuer es für die Kommune geworden ist. Dann dürfte Hammer aber längst über alle Berge sein.
Holzauge (Stadtrat) sei wachsam.
Ein Fall für den Staatsanwalt! Bloß schade, dass selbst elitäre Dinkelsbühler nicht langsam verstehen, dass OB Hammer der endgültige Totengräber unserer schönen Stadt ist!
Jedes Wort, jeder Satz, der hier geschrieben wird, lässt mein Herz ausbluten, weil ich weiß, wie schlimm es um unsere, um meine, Stadt bestellt ist, die ich über alles Liebe!
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